Eine marktneutrale Strategie auf Basis von Volatilität

Es ist für Anleger nicht immer einfach, die Wirkung einer marktneutralen Strategie zu durchgründen. Das Prinzip der Marktneutralität entsteht nicht durch eine sich ständig veränderende Ausrichtung eines Portfolios, sondern durch die Kombination von Strategien, die zueinander negativ korreliert sind.

Die negative Korrelation zwischen zwei Strategien bedeutet, dass die Richtung der Wertveränderung beider Strategien oft gegensätzlich ist. Steigt die eine Strategie, sinkt die andere Strategie in Wert. Diese gegensätzliche Wirkung gleicht sich größtenteils, aber nicht ganz, aus, wodurch die Summe der Strategien im Portfolio zu einer stabileren Entwicklung führt.

Die Tatsache, dass die Wertveränderungen in der Richtung oft gegensätzlich sind, bedeutet aber nicht, dass sie in der Summe das Ergebnis "null" haben. Das würde nämlich bedeuten, dass marktneutrale Strategien kein Ergebnis erzielen können, weder ein positives noch ein negatives Ergebnis. Das ist natürlich nicht der Fall.

Wenn beide Strategien über einen längeren Zeitraum einen positiven Grundtrend haben, kann die Kombination negativ korrelierter Strategien zu einer Stabilisierung der Ergebnisentwicklung führen. Die Ergebnisentwicklung wird weniger von kurzfristigen Marktentwicklungen beeinflusst, was zu einem marktneutraleren Verhalten führt.

Aktienvolatilität

Volatilität ist ein Gradmesser für die Schwankungsintensität von Wertpapieren und Indizes. Sie wird in Form des statistischen Begriffs Standabweichung definiert.

In der Praxis gibt es zwei Sorten von Volatilität. Einerseits ist das die tatsächlich eingetretene, realisierte Volatilität. Andererseits ist es die implizite Volatilität, die aus Optionspreisen abgeleitet werden kann.

Bei der hier besprochenen Investmentidee handelt es sich um die Volatilität von Aktien. Diese kann am liquidesten über die Aktienindizes Eurostoxx 50 und S&P 500 "extrahiert" werden. Folgende zwei Fonds machen das auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

Die Grafik zeigte die implizite (orange Linie) und realisierte (weiße Linie) Volatilität des Eurostoxx 50 Index.

Quelle: Bloomberg

Amundi Funds Volatility Euro Equities

Der "Amundi Funds Volatility Euro Equities" (ISIN LU0272941971 thesaurierend, ISIN LU0272942359 ausschüttend) handelt ausschließlich die implizite Volatilität des Aktienindexes. Hierbei geht die Fondslogik davon aus, das sich die Volatilität im Laufe der Zeit immer wieder zu einem Mittelwert zurückkehrt (Mean Reversion). Vereinfacht gesagt geht der Fonds "long" in Volatilität, wenn die Volatilität historisch betrachtet niedrig ist, und "short" wenn sie hoch ist. In Wirklichkeit ist der Investmentprozess komplexer.

Allianz Volatility Strategy

Der Allianz Volatility Strategy Fonds (ISIN LU0417273223) kombiniert die realisierte Volatilität mit der impliziten Volatilität. Die Fondslogik geht davon aus, dass die implizite Volatilität in der Regel höher ist als die tatsächlich realisierte Volatilität. In der Summe der Fondspositionen wird kontinuierlich der Unterschied zwischen der impliziten Volatilität und der realisierten Volatilität gekauft.

Kursentwicklung beider Fonds

In der Grafil sehen Sie die normierte Kursentwicklung der beiden Fonds. Die weiße Linie ist der Allianz Volatility Strategy Fonds. Die blaue Linie ist der Amundi Funds Volatility Euro Equities.

Quelle: Bloomberg

Die Kombination beider Volatilitätsfonds verhält sich marktneutral

Beide Volatilitätsstrategien haben ihre Gewinn- und Verlustphasen. Interessanterweise verhalten sich die Strategien stark negativ korreliert. Ist der eine Fonds gerade besonders stark, hat der andere Fonds eher eine schwächere Phase, und umgekehrt. Hierfür gibt es auch eine logische Erklärung, denn gerade in Zeiten plötzlich und schnell anziehender Volatilität kann die realisierte Volatilität die implizite Volatilität auch mal übertreffen, wodurch im einen Fonds ein Verlust entsteht. Gleichzeitig ist die Drehung der Volatilität von niedrig zu hoch besonders günstig für die Mean Reversion-Strategie in der impliziten Volatilität.

Die negative Korrelation kann genutzt werden, um in der Summe eine stabilere Wertentwicklung zu erreichen. Hierzu können die beiden Fonds einfach mit einander kombiniert werden. Ein Portfolio, das jeweils zur Hälfte aus den beiden Fonds besteht, hätte sich in den letzten zwei Jahren deutlich stabiler verhalten als ein Portfolio, das nur aus einem der beiden Fonds bestehen würde. Die Renditen waren sehr ähnlich, sodass eine Kombination zu einem deutlich stabileren Ergebnis ohne Renditeverlust führte. Da das kombinierte Portfolio sich größtenteils unabhängig von der Volatilität entwickelte, kann hier sicherlich von einem marktneutralen Verhalten gesprochen werden.

Quelle: Bloomberg

Risiken

Beide Strategien besitzen selbstverständlich der jeweiligen Strategie inhärenten Risiken eines Fonds mit einem höheren Risiko-Niveau. Insbesondere größere Kursänderungen am Aktienmarkt und am Volatilitätsmarkt können Kursrisiken für die beiden Fonds verursachen.

Wir möchten aber besonders darauf hinweisen, dass es keine Garantie gibt, dass sich das kombinierte Portfolio in der Summe immer marktneutral verhalten wird. Es sind Marktsituationen denkbar, bei denen auch in der Kombination bedeutende Verluste entstehen können.

Die Fonds sind einzeln betrachtet geeignet für Investoren, die ein höheres Risiko-Rendite-Niveau anstreben, ab Risikoklasse 4 von 5. Die Anlagedauer sollte mindestens 5 Jahre sein.

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Marcel van Leeuwen